Pionierarbeit für Solarstrom – die Anfänge der privaten Photovoltaik – schon seit 1989

Als Photovoltaik Ende der 1980er-Jahre noch weitgehend ein Thema von Forschungseinrichtungen, Pilotprojekten und visionären Einzelpersonen war, entschied sich Markus Eisenring für einen Schritt, der seiner Zeit deutlich voraus war: Bereits im Juni 1989 nahm er eine der ersten privaten, netzgekoppelten 3-kW-Photovoltaikanlagen der Schweiz in Betrieb. Zu einer Zeit, als Solarstrom noch als experimentell galt und kaum praktische Erfahrungen vorlagen, entschied er sich bewusst für diesen Schritt – nicht aus wirtschaftlicher Routine, sondern aus Überzeugung und Forschergeist. In der Ostschweiz war diese Anlage eine der allerersten ihrer Art.

Zu diesem Zeitpunkt existierten weder etablierte Märkte noch standardisierte Installationskonzepte für private Solaranlagen. Bewilligungen waren noch aufwendig, Wechselrichter laut, teuer und technisch unausgereift, und belastbare Langzeiterfahrungen fehlten vollständig. Dennoch war Markus Eisenring überzeugt, dass diese Technologie Zukunft hat – und dass sie nur dann vorankommt, wenn sie praktisch erprobt, gemessen und konsequent weiterentwickelt wird.

Eine Anlage als Pilot- und Demonstrationsprojekt

Die 3-kW-Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Einfamilienhauses in Niederuzwil war als Pilot- und Demonstrationsanlage konzipiert. Sie zeigte früh, dass Photovoltaik nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch im Alltag eines privaten Haushalts zuverlässig eingesetzt werden kann– zuverlässig, sicher und dauerhaft. Damit gehörte Markus Eisenring zu den Pionieren der privaten Solarstromnutzung in der Schweiz.

Die Photovoltaikanlage wurde bewusst als Standardanlage konzipiert: installiert auf dem Dach eines Reiheneinfamilienhauses in Niederuzwil, nach Süden ausgerichtet und optimal geneigt. Von Beginn an arbeitete die Anlage im Netzverbund: Der erzeugte Solarstrom wurde im Haus direkt genutzt, Überschüsse ins öffentliche Netz eingespeist, fehlende Energie aus dem Netz bezogen. Dieses Zusammenspiel machte das Stromnetz selbst zu einem Speicher – ein damals neuer und wegweisender Ansatz.

Die Anlage lief über Jahre hinweg nahezu störungsfrei und lieferte wertvolle Erkenntnisse zu:

  • Energieerträgen unter realen Wetterbedingungen
  • Wirkungsgraden von Modulen und Wechselrichtern
  • saisonalen und täglichen Produktionsschwankungen
  • Integration von Solarstrom in bestehende Netze

Die umfangreiche und über Jahrzehnte konsequent geführte Datenerfassung machte die Anlage zu einer der bestdokumentierten privaten Photovoltaikanlagen ihrer Zeit.

Solarstrom für Haushalt und Elektromobilität

Ein zentraler Beweggrund für den Bau der Photovoltaikanlage war das Elektromobil „Stromboli I“. Der Solarstrom versorgte nicht nur das Einfamilienhaus, sondern wurde gezielt auch für die elektrische Mobilität eingesetzt. Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurden so jährlich viele tausend Kilometer mit Sonnenenergie zurückgelegt – zu einer Zeit, als Elektromobilität noch als exotische Randerscheinung galt.

Bemerkenswert ist dabei: Trotz des zusätzlichen Strombedarfs durch das Elektrofahrzeug produzierte die Photovoltaikanlage mehr Energie, als im gesamten Haushalt verbraucht wurde. Der frühzeitige Einsatz von Solarstrom und Elektromobilität führte somit nicht zu einem höheren Nettoverbrauch, sondern im Gegenteil zu einer Nettoeinspeisung von erneuerbarer Energie.

Damit wurde eindrücklich gezeigt, dass ein ganzheitliches Konzept aus:

  • lokaler Stromproduktion
  • effizientem Energieeinsatz
  • und elektrisch betriebener Mobilität

nicht nur technisch möglich, sondern auch energetisch sinnvoll ist.

Nachweis der Alltagstauglichkeit erneuerbarer Energie

Die über viele Jahre ausgewerteten Betriebserfahrungen belegten, dass Photovoltaik:

  • langlebig und zuverlässig ist
  • kaum Unterhaltskosten verursacht
  • einen relevanten Beitrag zur Stromversorgung leisten kann
  • und sich harmonisch in bestehende Gebäude integrieren lässt

Zudem zeigte sich, dass Solarstrom besonders dann produziert wird, wenn der Strombedarf hoch ist – etwa tagsüber und zu Hochlastzeiten. Für Elektrizitätswerke und Netze erwies sich dies als Vorteil und nicht als Belastung.

Was heute als selbstverständlich gilt, musste damals erst bewiesen werden. Die Anlage von Markus Eisenring lieferte genau diesen Beweis – fundiert, messbar und über viele Jahre hinweg.

Ein Fundament für Stromboli und nachhaltige Energie

Die Photovoltaikanlage von 1989 war mehr als eine technische Installation. Sie war die praktische Grundlage für das Projekt Stromboli und ein frühes Beispiel dafür, wie erneuerbare Energie und neue Mobilitätskonzepte zusammenwirken können.

Markus Eisenring gehörte damit zu jener kleinen Gruppe von Pionieren, die erneuerbare Energien nicht nur forderten, sondern selbst umsetzten – lange bevor sie politisch gefördert oder gesellschaftlich breit akzeptiert waren. Seine Arbeit trug dazu bei, Vorurteile abzubauen, Vertrauen in die Technologie zu schaffen und den Weg für heutige Solar- und Elektromobilitätslösungen zu ebnen.

Was 1989 mit einer privaten 3-kW-Photovoltaikanlage begann, ist heute aktueller denn je:
lokaler Solarstrom, intelligente Netze und nachhaltige Mobilität – genau jene Prinzipien, für die Stromboli seit Beginn steht.