Photovoltaik am Haus Eisenring – Ersatz und Weiterentwicklung

Von der Pionieranlage zur modernen Photovoltaik

Bereits im Jahr 1989 wurde auf dem Haus Eisenring eine der frühesten privaten Photovoltaikanlagen installiert. Zu dieser Zeit war Solarstrom noch echte Pionierarbeit: Die Kosten pro installierter Leistung lagen um ein Vielfaches höher als heute, die Technik war vergleichsweise einfach, und Erfahrungen aus dem Praxisbetrieb waren rar. Trotzdem bewährte sich die Anlage über viele Jahre und lieferte zuverlässig Solarstrom für den Eigenverbrauch und die Einspeisung ins öffentliche Netz.

Nach fast 30 Jahren Betrieb zeigte sich jedoch, dass die technische Lebensdauer der Anlage erreicht war. Ersatzteile waren nicht mehr erhältlich, insbesondere für zentrale Komponenten wie Wechselrichter. Ein wirtschaftlich und technisch sinnvoller Weiterbetrieb war damit nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wurde entschieden, die Anlage im Jahr 2017 vollständig zu ersetzen.

Die neue Photovoltaikanlage stellte nicht nur einen Ersatz dar, sondern eine grundlegende Weiterentwicklung. Während die Anlage von 1989 pro installiertem Kilowatt rund sechsmal so teurer war, konnte die Anlage von 2017 mit deutlich tieferen Kosten, höherem Wirkungsgrad und wesentlich verbesserter Zuverlässigkeit realisiert werden. Moderne Module, effizientere Wechselrichter und eine optimierte Auslegung ermöglichen seither eine deutlich höhere Energieproduktion bei gleicher Dachfläche.

Mehr als nur Eigenverbrauch

Mit der neuen Anlage wird ein erheblicher Teil des Strombedarfs des Hauses direkt vor Ort erzeugt. Der Eigenverbrauch reduziert den Bezug von Energie aus dem Netz und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Gleichzeitig wird überschüssige Energie ins Netz eingespeist.

Dabei stand für den Betreiber nie ausschliesslich der finanzielle Ertrag im Vordergrund. Jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde trägt dazu bei, dass andernorts weniger Energie produziert werden muss – sei es aus fossilen oder anderen zentralen Quellen. Gerade in Zeiten wachsender Stromnachfrage ist dies ein wichtiger Beitrag zur dezentralen Energieversorgung.

Der Vergleich zeigt klar, wie stark sich Effizienz, Fläche und Leistung in knapp drei Jahrzehnten verändert haben – ein Fortschritt, der ohne die frühen Pionieranlagen kaum möglich gewesen wäre.

Fördergelder und Amortisation

Ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung waren die Fördergelder, welche rund ein Drittel der Gesamtkosten der Anlage abdeckten. Zusammen mit dem Eigenverbrauch und den Einnahmen aus der Einspeisevergütung konnte bis Ende 2025 etwa ein Drittel der selbst getragenen Investitionskosten amortisiert werden.

Diese Zahlen zeigen, dass Photovoltaikanlagen zwar langfristig ausgelegt sind, sich aber unter stabilen Rahmenbedingungen wirtschaftlich sinnvoll betreiben lassen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gewisse Planungssicherheit, insbesondere bei den Vergütungssystemen.

Einspeisevergütung – ein unsicherer Faktor

Die Einspeisevergütung der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke ((SAK, der locale Energieversorger)) – inklusive Naturstromvergütung – gehörte zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Anlage schweizweit zu den tiefsten. Trotzdem wurde die Einspeisung bewusst in Kauf genommen, da der ökologische Nutzen und der Beitrag zur Versorgungssicherheit höher gewichtet wurden als der kurzfristige finanzielle Ertrag.

Es zeigte sich ein zentrales Problem: Die Einspeisetarife schwankten stark und änderten sich häufig, was die Investitionssicherheit erheblich beeinträchtigt. Sie stiegen seit 2018 von 4.73 Rappen/kWh bis 2024 auf 14.07 Rappen/kWh. 2025 begannen sie dann wieder zu sinken. Die Vergütung entwickelte sich wie folgt:

Jahr     CHF/kWh
2017          0.0545
2018          0.0473
2019          0.0526
2020          0.0623
2021          0.0943
2022          0.0943
2023          0.1407
2024          0.1607
2025          0.1380

Diese Entwicklung zeigt, wie stark externe Rahmenbedingungen die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage beeinflussen können – unabhängig von Technik, Auslegung oder Betreiberverhalten.

Blick nach vorne: Neue Regelung ab 2026

Anfang 2026 wird eine neue Regelung für die Einspeisevergütung mit variablen Tarifen eingeführt. Welche konkreten Auswirkungen dies auf die effektive Vergütung und die weitere Amortisation der Anlage haben wird, ist derzeit nicht absehbar. Es besteht jedoch die berechtigte Sorge, dass die Vergütung künftig tiefer ausfallen und damit die langfristige Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht mehr gewährleistet sein könnte.

Diese Unsicherheit zeigt exemplarisch, wie wichtig verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sind.

Pionierarbeit als Grundlage für den heutigen Fortschritt

Die Motivation hinter diesen Projekten ging von Beginn an über das eigene Haus hinaus. Bereits ab 1984 beschäftigte sich Markus Eisenring intensiv mit Solarenergie und Elektromobilität, unter anderem beim hobbymässigen Bau der Solarmobile Helios Wil.

Mit der frühen Photovoltaikanlage von 1989 sowie den selbstgebauten Elektrofahrzeugen Stromboli I und Stromboli II wurde gezeigt, dass dezentrale Stromerzeugung und alltagstaugliche Elektromobilität schon lange vor der heutigen Marktreife möglich waren. Stromboli II ist seit 1996 in Betrieb, wird ausschliesslich mit Solarstrom geladen und ist bis heute voll einsatzfähig – ein eindrücklicher Beweis für die Nachhaltigkeit dieser frühen Konzepte.

Diese Pionierarbeit trug dazu bei, das Interesse in der Bevölkerung und in der Industrie zu wecken und den Weg für die heutige breite Anwendung von Photovoltaik und Elektromobilität zu ebnen.